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Ich, die Mehrheit

SRF Schweizer Radio und Fernsehen

Ich, die Mehrheit

Die Schweiz ist das Land der direkten Demokratie, aber die Schweizer machen immer seltener von ihrem Stimmrecht Gebrauch. An der Urne schweigt die Mehrheit.

Um die Menschen an den Wert der Mitbestimmung zu erinnern und daran, dass jede Stimme zählt, haben wir demokratisiert, was eigentlich gar nicht demokratisierbar ist: Das Individuum.

Die Bloggerin Pony M. liess sich drei Wochen lang jede Entscheidung abnehmen. Von Alltagsfragen wie im Regen zu Fuss gehen oder Tram fahren, bis hin zu gravierenden Entscheidungen in Ponys Leben: vegan leben oder nicht, DNA–Test oder keinen DNA–Test? Sie musste sich dem Willen der Mehrheit fügen.

Abstimmen konnten die Teilnehmer auf der Webseite oder per App. Die Abstimmungen gingen nur Minuten, Stunden oder auch über mehrere Tage. Pony M. gab dabei ein konstantes Feedback, wie sie entscheiden würde und was das endgültige Ergebnis für sie bedeutet hat – mit Text, Fotos und Videos.

Mit Pony M. hatten wir die ideale Protagonistin gefunden. Die Bloggerin schreibt unverblümt, kritisch und doch einfühlsam. Ihre treuen Followers diskutierten bei jeder Abstimmung lebhaft darüber, was für «ihre Pony» das Beste wäre. Den Teilnehmer wurde so ganz unmittelbar und spannend vermittelt, dass ihre Stimme eine Rolle spielte und das jede Abstimmung ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben von Pony M. hatte.

Mit der Volksabstimmung vom 18. Mai 2014 endete das Projekt. Und es zeigte Wirkung. Nicht wenige Teilnehmer konnte man am Abstimmungssonntag an der Urne antreffen. Ich, die Mehrheit hatte seine Mission erfüllt.